
In der Nacht auf den 2. November stellten Angreifer in Dutzenden belgischen Supermärkten die Kühl- und Gefrieranlagen aus der Ferne auf Abtaumodus mit einer Solltemperatur von 50 Grad Celsius. Eine einzige Filiale verlor Ware im Wert von rund 100.000 €. Der Autor eines Gastbeitrags verweist auf frühere Fälle in Wasserwerken, bei einer Pipeline und in einem Heizkraftwerk und sieht dieselbe Ursache: fehlende zweite Faktoren, Standardpasswörter und nie deaktivierte Wartungszugänge. Er kommt von einem Anbieter für Identitätsmanagement; die Einordnung ist seine Sicht. Die drei vorgeschlagenen Schritte lassen sich auf Gebäudetechnik, Rechenzentren und Filialen von Banken und Versicherern übertragen. Erstens: Erfassen Sie alle Fernzugriffe auf Steuerungstechnik, darunter Hersteller-Clouds, Fernwartungskonten und alte Wartungsverträge. Zweitens: Schalten Sie vor jeden Fernzugriff eine Identitätsschicht mit Multi-Faktor-Authentifizierung, rollenbasierten Rechten, Sitzungsprotokoll und zeitlich begrenztem Zugang. Drittens: Behandeln Sie die NIS2-Richtlinie (EU-Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit) als Vorgabe für die Architektur und nicht als Dokumentationsübung. Aus unserer Erfahrung bei Kunden aus Versicherung und Bank beginnt die Bestandsaufnahme am schnellsten mit den Wartungsverträgen der Facility-Dienstleister.
