
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nennt in der Technischen Richtlinie TR-02102-1 erstmals Ablaufdaten. Der alleinige Einsatz klassischer Schlüsseleinigung mit RSA oder ECC wird nur noch bis Ende 2031 empfohlen, bei sehr hohem Schutzbedarf bis Ende 2030. Klassische Signaturverfahren haben Zeit bis Ende 2035. Der EU-Fahrplan sieht vor, dass die Mitgliedstaaten bis Ende 2026 mit der Umstellung beginnen und Anwendungen mit hohem Risiko bis Ende 2030 abgesichert sind. Das Auswahlverfahren des amerikanischen Standardisierungsinstituts NIST (neun Kandidaten in der dritten Runde seit dem 14. Mai 2026) ändert daran nichts, denn die tragenden Standards ML-DSA und SLH-DSA liegen seit August 2024 vor. Für die Praxis ergeben sich drei Schritte. Erstens ein Inventar aller eingesetzten Verfahren mit der Stelle, die für die Erneuerung zuständig ist. Zweitens eine Reihenfolge nach der Schutzdauer der Daten, denn Bestände mit zehnjähriger Vertraulichkeit kommen zuerst. Drittens Zusagen zu quantensicheren Updates in Verträgen mit Laufzeiten über 2030 hinaus. Ein Inventar braucht in mittleren Organisationen mehrere Quartale. Bei unseren Kunden aus Versicherung und Bank hat sich bewährt, die Bestandsaufnahme früh im Budget zu verankern und Zertifikatserneuerungen zu automatisieren. Die maximale Laufzeit von TLS-Zertifikaten sinkt seit März 2026 auf 200 Tage und ab März 2029 auf 47 Tage.
