
Estland gilt als Vorreiter der Digitalisierung und hat nahezu alle Behördengänge und staatlichen Register in den virtuellen Raum verlagert. Im Frühjahr 2007 legten koordinierte Cyberangriffe zeitweise die Websites von Banken, Medien und Regierungsbehörden lahm. Daraus entstand das Konzept der Datenbotschaft (englisch Data Embassy): Sie soll Daten, die für die Infrastruktur eines Landes notwendig sind, sicher und souverän aufbewahren. Für Banken und Versicherer lässt sich daraus eine praktische Prüffrage ableiten: Wo liegen die Daten, ohne die kritische Prozesse nicht weiterlaufen, und wer kann im Störungsfall darauf zugreifen? Aus unserer Erfahrung bei Kunden aus Versicherung und Bank hat sich bewährt, in drei Schritten vorzugehen. Erstens: kritische Datenbestände je Prozess benennen. Zweitens: Speicherort und Zugriffsberechtigte im IKT-Register (Register der Informations- und Kommunikationstechnik-Dienstleister) festhalten. Drittens: Wiederherstellung und Datenzugriff im Notfallkonzept mit dem Dienstleister abstimmen und testen. Das ist eine Einordnung von Qvestcon. Der Originalartikel nennt keine Anforderungen an Finanzunternehmen.
