
Der Cyberversicherer Stoïk meldet für sein EU-Cyberversicherungsportfolio eine Schadenfrequenz von 10,56 Prozent im Jahr 2025. 2024 waren es 4,34 Prozent und 2023 waren es 3,87 Prozent. Das geht aus dem Cyber Schadensbericht 2025 hervor, den Jannik Stuckstätte, Leiter des Incident-Response-Teams für Deutschland und Österreich, am 4. November 2026 in einem Gastbeitrag bei Security-Insider auswertet. Zahlungsfreigaben absichern: Business Email Compromise (BEC, Betrug per gefälschter Führungskräfte- oder Lieferanten-Mail) und Betrug machen laut Bericht rund 50 Prozent der bearbeiteten Cyberschäden aus. E-Mail-gestützte Vorfälle erreichen 60 Prozent aller gemeldeten Fälle. Etwa 10 Prozent der betroffenen Unternehmen erlitten im selben Jahr mehrere BEC-Vorfälle. Als Einordnung von Qvestcon: Änderungen von Bankverbindungen und Zahlungsanweisungen per E-Mail nur nach Rückruf über eine bekannte Nummer freigeben. Die Urlaubsvertretung gehört ausdrücklich in diese Regel, denn der Bericht beschreibt genau diese Konstellation. Nach dem Erstzugriff gründlich aufräumen: Angreifer sichern sich laut Bericht verdeckten Zugang über Weiterleitungsregeln, gestohlene Sitzungsschlüssel oder dauerhaft aktive Anmeldungen. Ein Passwort-Reset allein schließt diese Lücke nicht. Das Notfallhandbuch sollte deshalb diese drei Punkte als feste Prüfschritte enthalten. Zugänge schützen: Technische Schwachstellen und kompromittierte Zugangsdaten erklären je 40 Prozent der Erstzugriffe. Der Bericht empfiehlt Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) als Unternehmensstandard. Infostealer, also Schadprogramme zum Abgreifen von Zugangsdaten, setzen bevorzugt dort an, wo keine unternehmensweite Endpoint Detection and Response (EDR) im Einsatz ist. Wiederherstellung testen: Ransomware macht nur 5 Prozent der Vorfälle aus und bleibt dennoch die aufwendigste Kategorie. Der Aufwand pro Schadensfall stieg von 28 Manntagen im Jahr 2023 auf 48 Manntage im Jahr 2025. Unternehmen mit korrekt konfigurierten und regelmäßig getesteten Backups bewältigten Ransomware-Vorfälle durchschnittlich in unter drei Tagen. Ohne resiliente Backups dauerte die Wiederherstellung 15 Tage und mehr. Ein terminierter Wiederherstellungstest mit festgehaltenem Ergebnis macht diesen Unterschied im Haus belegbar. Dienstleister einbeziehen: Der Bericht nennt Softwarelieferketten und Dienstleister-Kompromittierungen als etablierte Einstiegspunkte. Auch Störungen bei großen Cloud-Anbietern erzeugen denselben operativen Druck wie echte Angriffe. Kritische Dienstleister und Cloud-Zugänge gehören deshalb in das eigene Sicherheitskonzept und in die Szenarioübungen. DACH-Region: Die Schadenfrequenz liegt mit 9,24 Prozent unter dem Gesamtwert von 10,56 Prozent. Technisch komplexe Fälle wie Ransomware und Datenabfluss sind in Deutschland und Österreich überproportional vertreten. Bei unseren Kunden aus Versicherung und Bank hat sich bewährt, Entscheidungswege und Kommunikationsketten vor dem Ernstfall festzulegen. Der Bericht kommt zum selben Schluss: Krisenentscheidungswege, die erst unter Druck entstehen, kommen zu spät.
