
In einem Anthropic-Experiment mit 50 Fachleuten für kausale Inferenz übernahmen die Teilnehmenden bei vier analytischen Entscheidungen in 86 Prozent der Fälle die Neigung ihres KI-Agenten. Diese war vorab per Münzwurf zugewiesen worden. Auch eine zuvor gefasste eigene Meinung schützte kaum. In der Nachbefragung hielten 52 Prozent die Empfehlung eher für ihre eigene, 77 Prozent (37 von 48) übernahmen mindestens ein Argument des Agenten. Zugleich arbeiteten die Teilnehmenden mit KI schneller und hatten weniger schwere Fehler. Die Stichprobe ist klein, die Autoren weisen selbst darauf hin. Für Banken und Versicherer, die KI-Agenten in Analyse, Schadenbearbeitung oder Risikobewertung einsetzen, ergeben sich drei praktische Schritte: Die eigene Einschätzung wird vor dem Agentenvorschlag festgehalten. Der Agent muss beide vertretbaren Optionen darstellen. Kritische Ermessensentscheidungen werden in der Prozessbeschreibung ausdrücklich einem Menschen zugewiesen. Genau diese Vorschläge nennt auch die Studie.
