
Banco Sabadell will agentenbasierte KI im gesamten Konzern einsetzen und hat dazu am 2026-11-02 eine Vereinbarung mit einem europäischen Cloud-Anbieter bekannt gegeben. Grundlage ist eine Plattform für KI-Agenten, die unterschiedliche Technologien und Modelle steuert und mit den Systemen der Bank verbindet. Die Bank betreut rund sieben Millionen Kunden. Für die Praxis interessant ist der Aufbau. Einheitliche Regeln für Sicherheit, Governance und Kontrolle gelten für alle Agenten. Modelle, Komponenten und Infrastruktur wählt die Bank selbst nach Leistung, Kosten, Sicherheit, Kritikalität und Compliance-Anforderungen. So vermeidet sie die dauerhafte Bindung an einen einzelnen Anbieter. Die Kontrolle über Daten, Betrieb und kritische Technologie-Komponenten bleibt bei der Bank. Was andere Häuser daraus ableiten können: Erstens eine zentrale Regelschicht für alle KI-Anwendungen festlegen, bevor einzelne Fachbereiche eigene Agenten bauen. Zweitens für jede Anwendung die Kritikalität einstufen und daran die Modellwahl und den Betriebsort knüpfen. Drittens Ausstiegswege in den Verträgen mit KI-Dienstleistern dokumentieren, damit ein Modellwechsel ohne Umbau der Prozesse möglich bleibt. Viertens die eingesetzten Dienstleister im Informationsregister führen. Aus unserer Erfahrung bei Kunden aus Versicherung und Bank scheitern Plattformentscheidungen häufig daran, dass Kritikalität und Zuständigkeit erst nach dem Pilot geklärt werden. Die Angaben stammen von den beteiligten Unternehmen.
