
Das Handelsblatt Research Institute hat 159 Entscheider aus dem Finanz- und Versicherungswesen zu Agentic AI befragt, also zu KI-Agenten, die Aufgaben mehrschrittig und eigenständig erledigen. Kritische Entscheidungen sollen beim Menschen bleiben. 68 Prozent der Befragten sehen in spezialisierten Partnern für Business Process Outsourcing (BPO) einen schnelleren und sichereren Weg, KI-Agenten einzuführen und auszuweiten. Wo KI-Agenten heute laufen: Am häufigsten in der Privatkundenberatung (37,7 Prozent), im Firmenkundengeschäft (32,1 Prozent) und in der IT (31,4 Prozent). Seltener sind Betrugsbekämpfung (19,5 Prozent) und Compliance (16,4 Prozent). Die größten Hürden sind mangelnde Datenqualität (36,5 Prozent) sowie Integration in bestehende IT-Systeme und Sicherheits- und Compliance-Anforderungen (je 32,1 Prozent). 41,5 Prozent haben bereits geprüft, welche Prozesse sich mit KI-Unterstützung auslagern lassen, und setzen dies um. Praktische Schritte (Einordnung von Qvestcon): 1. Legen Sie je Prozess fest, was der Agent vorbereiten darf und welche Entscheidung ein Mensch trifft. Die Studie nennt als Grenze Entscheidungen mit hohen finanziellen oder rechtlichen Folgen. 2. Prüfen Sie vor dem Start die Datenqualität des Prozesses, weil sie die meistgenannte Hürde ist. 3. Klären Sie die Integration in die bestehende IT, bevor ein Pilot skaliert wird. 4. Wird ein Partner eingebunden, gehören Auslagerung und Dienstleister in das IKT-Register beziehungsweise Informationsregister, und die Steuerung von Strategie, Risikomanagement und Kreditentscheidungen bleibt im Haus. Diese Trennung nennt auch ein in der Studie befragter Vorstand. 5. Dokumentieren Sie, wer ein Ergebnis des Agenten freigegeben hat. Das schafft Nachvollziehbarkeit gegenüber Prüfung und Aufsicht. Aus unserer Erfahrung bei Kunden aus Versicherung und Bank scheitern Vorhaben seltener an der Technik als an ungeklärten Zuständigkeiten zwischen Fachbereich, IT und Compliance.
