
In einem Experiment von Anthropic wertete eine Gruppe von 50 Statistikern mit einem KI-Agenten die Daten eines fiktiven Verbunds von Bauernhöfen aus. Bei mehreren Fragen ohne eindeutig richtige Antwort gab es je zwei vertretbare Wege. Welchen der Agent empfahl, legten die Forscher per Zufall fest. In 86 Prozent der Fälle folgten die Fachleute der Empfehlung, auch wenn sie sich vorher anders festgelegt hatten. Gut die Hälfte hielt die abschließende Empfehlung für die eigene. Die Teilnehmer arbeiteten schneller und machten weniger schwere Fehler. Die Stichprobe ist klein. Für Banken und Versicherer ist das ein Hinweis für den Einsatz von KI-Agenten in der Analysevorbereitung, etwa bei Risikobewertung oder Schadenprüfung. Der Satz „Ein Mensch prüft das Ergebnis“ beschreibt dann noch keine wirksame Kontrolle, wenn das Urteil des Prüfers durch den Agenten gelenkt wird. In der Praxis lassen sich zwei Vorkehrungen aus dem Anthropic-Vorschlag ableiten: Der Agent stellt beide vertretbaren Optionen gleichwertig dar, oder der Fachbereich hält seine eigene Einschätzung fest, bevor der Agent seine Empfehlung zeigt. Ob eine solche Vorkehrung im eigenen Haus greift, lässt sich daran erkennen, dass abweichende Einschätzungen dokumentiert und nachvollziehbar entschieden werden. Aus unserer Erfahrung bei Kunden aus Versicherung und Bank sind es gerade solche kleinen Verfahrensschritte, die eine Freigabe durch Fachbereich und Compliance tragfähig machen. Quelle: heise KI-Update vom 30.10.2026. Der Newsletter verweist auf ein Experiment von Anthropic.
