FAQ · Datenschutz, Informationssicherheit und Notfallmanagement
Wie prüfen wir Fernwartungstools nach einer Zero-Day-Warnung?
Freigegebene Antwort von Qvestcon mit Fundstellen.
Antwort
Das BSI warnt vor einer kritischen Schwachstelle in BeyondTrust Remote Support (CVE-2026-102764, CVSSv4 9,3 von 10). Angreifer können unter bestimmten Voraussetzungen Dateioperationen auf einer betroffenen Appliance durchführen. Laut BeyondTrust und der Google Threat Intelligence Group wird die Lücke seit mindestens August als Zero-Day ausgenutzt, das Advisory erschien am 15. Oktober 2026.
Der Rückblick zählt zuerst. Weil die Ausnutzung seit August gemeldet ist, gehört neben den Herstellermaßnahmen der Blick in die Protokolle ab August zur Antwort des CISO. Fernwartung ist ein direkter Zugang zu Systemen von Banken und Versicherern, auch bei Dienstleistern im IKT-Drittparteienrisikomanagement nach DORA.
Aus unserer Erfahrung bei Kunden aus Versicherung und Bank lohnt sich ein fester Ablauf für solche Warnungen, der Bestandsprüfung, Maßnahme und Nachweis in einer Hand bündelt. Markus Junge empfiehlt, diesen Ablauf im ISMS zu verankern.
In der Praxis
Der CISO prüft im IKT-Register und in der Betriebsdokumentation, ob Remote Support im Haus oder bei einem Dienstleister läuft, und setzt die Maßnahmen aus dem Hersteller-Advisory um.
- Jede Instanz von Remote Support ist mit Verantwortlichem und Stand der Herstellermaßnahmen erfasst.
- Die Protokolle der Appliance sind rückwirkend ab August auf auffällige Dateizugriffe gesichtet, das Ergebnis ist festgehalten.
- Dienstleister haben schriftlich mitgeteilt, ob sie betroffen sind und was sie getan haben.
Nachweis: Als Nachweis dient eine Liste der Instanzen mit Datum der Maßnahme, Ergebnis der Protokollsichtung und Antworten der Dienstleister.
