FAQ · Konzern, Rollen und Mandanten
Wie bildet ein Versicherungskonzern alle Sparten in einem Rollenmodell für IKT-Drittparteien ab?
Freigegebene Antwort von Qvestcon mit Fundstellen.
Antwort
Jede Sparte wird als eigener Mandant geführt: Leben, Sach-, Haftpflicht-, Unfall- und Kraftfahrtversicherung (SHUK), Rechtsschutz und private Krankenversicherung. Jeder Mandant hat eigene Kernprozesse, ein eigenes Informationsregister und eine eigene Einstufung seiner kritischen oder wichtigen Funktionen. Das Konzernrollenmodell legt darüber nur die Rollen fest, die in allen Gesellschaften gleich besetzt sind.
Gemeinsam genutzte IKT-Dienstleistungen werden je Sparte zugeordnet. Jede Gesellschaft bleibt nach Art. 28 DORA selbst für ihre Pflichten verantwortlich, auch wenn der Konzern den Vertrag zentral schließt. Dieselbe Leistung kann in der Lebensversicherung eine kritische Funktion stützen und im Rechtsschutz eine untergeordnete Rolle spielen.
Aus unserer Erfahrung bei Kunden aus Versicherung und Bank entstehen Lücken dort, wo ein Zentralvertrag keiner Sparte zugeordnet ist. Markus Junge empfiehlt, mit der Zuordnungsmatrix zu beginnen.
In der Praxis
Der Leiter Regulatorik legt eine Matrix aus Sparte, Gesellschaft und Dienstleistung an und lässt jede Zeile von der zuständigen Fachseite der Sparte bestätigen.
- Jede Dienstleistung ist mindestens einer Sparte und einer Gesellschaft zugeordnet.
- Die Einstufung als kritische oder wichtige Funktion liegt je Sparte vor und ist mit der Gruppenebene abgestimmt.
- Das Informationsregister lässt sich je Gesellschaft und für den Konzern gemeinsam auswerten.
- Neue Verträge durchlaufen vor Abschluss dieselbe Zuordnung.
Nachweis: Als Nachweis dient die freigegebene Matrix mit Datenstand, Datum und benannter verantwortlicher Person je Sparte.
