FAQ · DORA in der Praxis
Was verlangt DORA an Ausstiegsstrategien für IKT-Dienstleistungen?
Freigegebene Antwort von Qvestcon mit Fundstellen.
Antwort
Für kritische oder wichtige ausgelagerte Funktionen benötigen Finanzunternehmen eine Ausstiegsstrategie. Daneben verlangt DORA nach der BaFin eine Risikoanalyse und eine Due-Diligence-Prüfung vor Vertragsabschluss sowie die Überwachung der Risiken während des gesamten Lebenszyklus.
Ob sich Funktionen bei einem Ausfall des Dienstleisters zurückholen oder verlagern lassen, hängt nach der BaFin davon ab, ob eine Abhängigkeit besteht. Besteht keine, könnten die kritischen oder wichtigen Funktionen bei einer langfristigen Störung oder einem Ausfall ganz oder teilweise zurückgeholt oder auf einen alternativen Dienstleister migriert werden. Ein Abhängigkeitsverhältnis entsteht, wenn Finanzunternehmen die Dienstleistung faktisch nicht selbst erbringen können oder dies wirtschaftlich nicht sinnvoll erscheint und ein Wechsel mangels Alternativen nicht möglich oder praktisch sehr schwierig ist.
Die BaFin beobachtet, dass manche Finanzunternehmen ausgelagerte Aktivitäten wieder ins Unternehmen zurückholen und andere eine Multi-Vendor-Strategie erwägen. Kommt ein kritischer IKT-Drittdienstleister Empfehlungen der Aufsicht nicht nach, können Aufsichtsbehörden die Unternehmen auffordern, vorübergehend auf ihn zu verzichten oder die Zusammenarbeit ganz zu kündigen.
Belege
- DORA: Der Countdown läuft, Ausstiegsstrategie, BaFin
- DORA: Der Countdown läuft, Drittparteien, BaFin
- DORA: Der Countdown läuft, Risikoanalyse, BaFin
- Nicht jede Konzentration ist ein Risiko, Rückholung und Migration, BaFin
- Nicht jede Konzentration ist ein Risiko, Abhängigkeit, BaFin
- Risiken im Fokus 2026, Konzentrationen bei der Auslagerung von IKT-Dienstleistungen, BaFin
- DORA: Der Countdown läuft, Verzicht und Kündigung, BaFin
