
Verfahren der Public-Key-Kryptografie, die heute Identitäten, Signaturen und Updates schützen, können durch Fortschritte beim Quantencomputing an Wert verlieren. Patricia Trinkaus (eco – Verband der Internetwirtschaft) fasst im dotmagazine vom 28.10.2026 einen Round Table zusammen, der am 14.10.2026 in Brüssel stattfand. Beteiligt waren unter anderem Vertreter der Europäischen Kommission (GD CONNECT), von Google und von IBM. Der Anlass ist die Fahrzeugbranche. Die Ergebnisse lassen sich auf Banken und Versicherer übertragen, deren Systeme ebenfalls lange laufen. Die EU-Roadmap für den Übergang zu Post-Quanten-Kryptografie priorisiert Anwendungsfälle mit hohem Risiko für eine Migration bis 2030. Nicht jedes System muss gleichzeitig umgestellt werden. Als Ausgangspunkt nennt der Beitrag ein vollständiges Inventar der eingesetzten Kryptografie in Hardware, Firmware, Software, Altsystemen und Diensten Dritter. Hinzu kommen drei Punkte: Die Lieferkette muss gemeinsam umstellen, Hybridverfahren und Krypto-Agilität (die Fähigkeit, Verfahren auszutauschen) erleichtern den Übergang, und Planung und Verantwortung gehören nicht nur in die Fachabteilung für Sicherheit. IT, Cybersicherheit, Recht und Geschäftsleitung sind einzubeziehen. Unternehmen müssen nicht warten, bis jeder Lieferant umgestellt hat. Sie können schon jetzt kryptografische Abhängigkeiten erfassen, Anwendungen mit hohem Risiko bewerten und eine Migrationsstrategie entwerfen. Aus unserer Erfahrung bei Kunden aus Versicherung und Bank ist ein Register der Verfahren, Schlüssel und Zertifikate je Anwendung mit benanntem Verantwortlichen der tragfähigste erste Schritt.
Originalquelle: dotmagazine (eco – Verband der Internetwirtschaft) →
