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FAQ · Schutzbedarf und Infor­ma­ti­ons­ver­bund

Wie vererbt sich der Schutzbedarf von Informationen und Prozessen auf Anwendungen und Systeme?

Freigegebene Antwort von Qvestcon mit Fundstellen.

Antwort

Nach der Methodik des IT-Grundschutzes hängt der Schutzbedarf eines Objekts vom Schutzbedarf der Geschäfts­pro­zesse und Informationen ab, für deren Bearbeitung es benötigt wird. Zunächst wird deshalb der Schutzbedarf der Geschäfts­pro­zesse und zugehörigen Informationen bestimmt, danach vererbt er sich auf Anwendungen, Systeme, Räume und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­bin­dun­gen.

In vielen Fällen lässt sich der höchste Schutzbedarf aller Anwendungen übernehmen (Maxi­mum­prin­zip). Die Methodik kennt aber Ausnahmen: Beim Kumu­la­ti­ons­ef­fekt liegt der Wert des Systems über dem der einzelnen Anwendungen, beim Ver­tei­lungs­ef­fekt darunter. Abhän­gig­kei­ten übertragen den Wert auf die liefernde Anwendung. Tragfähig wird die Vererbung, wenn jeder übernommene Wert sein Schutzziel und seine Herkunft trägt.

In der Praxis

Rechnen Sie einen Infor­ma­ti­ons­fluss mit zwei Prozessen und einer gemeinsam genutzten Anwendung Schritt für Schritt durch.

  • Die Abhän­gig­keits­kan­ten sind fachlich bestätigt, auch die zur bezogenen Dienst­leis­tung.
  • Der Maximalwert je Schutzziel und sein Herkunftspfad sind nach­voll­zieh­bar.
  • Abweichungen und fehlende Kanten erhalten eine gesonderte Freigabe.
  • Zyklen, verwaiste Objekte und fehlende Zuordnungen stehen in einer Fehlerliste.

Nachweis: Als Nachweis dient ein versionierter Ver­er­bungs­graph mit Wert, Quelle, Abweichung und Freigabe.

Belege